BB Cream CC Cream Cover Cream Unterschiede

BB ist Pampe, CC ist Glow und Cover Cream ist eh nur Camouflage? Ein Aufräumer mit Begriffen und Unsicherheiten

Irgendwo zwischen Tagescreme und Foundation hat die Beautyindustrie drei Produkte erfunden, die alle mehr oder weniger ähnlich klingen: BB Cream, CC Cream, Cover Cream.

Kaum einer weiß, was was genau ist.
BB klingt nach Babyhaut.
CC nach koreanischem Skincare-Luxus.
Cover Cream nach dem, was Muttern vor Partys aufgetragen hat.
Und hast du die Zeit und die Lust, dich im Drogeriemarktregal durch das Kleingedruckte auf den Tuben zu wühlen? Eben! Deswegen landet immer wieder etwas in deinem Gesicht, was knapp daneben, aber doch vorbei ist.

Dabei ist der Unterschied gar nicht so kompliziert. Wenn man ihn einmal verstanden hat, kauft man nie wieder das falsche Produkt. Hier kommt der Aufräumer.


BB, CC, Cover Cream – woher kommen die Begriffe?

Viele Beautybegriffe entstehen im Marketing und verschwinden genauso schnell wieder. BB und CC Cream sind tatsächlich älter und funktionaler als ihr Ruf und haben sogar beide einen konkreten Ursprung.

BB Cream: Blemish Balm – mit medizinischen Wurzeln

BB steht für Blemish Balm – zu Deutsch: beruhigender Balsam (eigentlich bedeutet blemish Makel). Entwickelt wurde er ursprünglich von einer deutschen Dermatologin als Nachpflegeprodukt für Haut nach ästhetischen Behandlungen. Die Idee: ein Produkt, das gleichzeitig beruhigt, schützt und den Teint leicht egalisiert.

Südkorea entdeckte das Konzept, verfeinerte es und schickte die BB Cream als Beautytrend um die Welt. Seitdem ist sie aus keiner Drogerie mehr wegzudenken.

Für eine BB Cream typisch:

  • leichte bis mittlere Abdeckung
  • Feuchtigkeit spenden
  • Teint egalisieren
  • Pflege und Make-up in einem Schritt
  • häufig mit integriertem Lichtschutzfaktor

Kurz gesagt: BB Cream ist der praktische Kompromiss für alle, die morgens keine Zeit haben oder schlicht keine Lust auf Foundation.

CC Cream: Colour Correcting – die Verfeinerung

CC steht für Colour Correcting. Sie ist die Weiterentwicklung der BB Cream, leichter in der Textur, gezielter in der Wirkung. Wo die BB Cream eine Rundum-Pflege liefert, fokussiert sich die CC Cream auf die Farbkorrektur: ungleichmäßiger Teint, Rötungen, fahle Haut.

Für eine CC Cream typisch:

  • Teintkorrektur und Farbausgleich
  • sehr leichte, fließende Textur
  • oft mit pflegenden Wirkstoffen wie Niacinamid, Vitamin C oder Hyaluronsäure
  • natürliches, hautnah wirkendes Finish
  • häufig mit Lichtschutzfaktor

Manche CC Creams enthalten sogenannte Colour-Adapting-Pigmente, die sich beim Auftragen dem individuellen Hautton anpassen. Klingt nach Magie, ist aber einfach nur Chemie und funktioniert überraschend gut.

Cover Cream: Volle Deckkraft – gezielt eingesetzt

Cover Cream ist keine Abkürzung, sondern ein Produkttyp: eine getönte Creme mit hoher bis sehr hoher Deckkraft. Sie ist näher an einer kompakten Foundation als an einer Tagespflege. Das Ziel ist nicht Pflege, sondern Abdeckung.

Typisch für Cover Creams:

  • hohe Deckkraft – auch für Narben, Rötungen, Pigmentflecken
  • cremige, oft reichhaltige Textur
  • weniger Pflegewirkstoffe, mehr Pigmente
  • auch als Camouflage bekannt
  • meist ohne integrierten Lichtschutzfaktor

Cover Cream ist das richtige Werkzeug, wenn du wirklich etwas verdecken möchtest. Für den schnellen Alltag ist sie oft zu viel, für besondere Anlässe oder hartnäckige Stellen genau richtig.


BB vs. CC vs. Cover Cream: der direkte Vergleich

Damit es beim nächsten Einkauf keine Verwirrung mehr gibt:

Deckkraft:  BB: leicht bis mittel  |  CC: leicht  |  Cover: hoch bis sehr hoch

Textur:  BB: cremig  |  CC: Fluid, leicht  |  Cover: dicht, cremig

Pflegefaktor:  BB: hoch  |  CC: mittel bis hoch  |  Cover: gering

Farbkorrektur:  BB: wenig  |  CC: mittel bis stark  |  Cover: stark

LSF häufig dabei:  BB: ja  |  CC: ja  |  Cover: selten

Ideal für:  BB: Alltagspflege mit Teintausgleich  |  CC: ungleichmäßigen Teint, Rötungen, Pigmentflecken  |  Cover: gezielte Abdeckung, besondere Anlässe


Was beim Kauf zählt und was nur Marketing ist

Es gibt ein paar Dinge, auf die es wirklich ankommt, und einige, die hauptsächlich auf der Verpackung stehen. Da ist die Kosmetikindustrie recht erfinderisch.

1. Deckkraft: ehrlich mit sich selbst sein

Das häufigste Problem beim Kauf: Man greift zur CC Cream, weil sie leichter klingt – will aber eigentlich etwas mehr abdecken. Oder man kauft Cover Cream und fühlt sich morgens überschminkt.

Frag dich: Was möchte ich wirklich? Einen frischeren Teint – oder konkrete Makel abdecken? Die Antwort bestimmt das Produkt. Nicht die schöne Verpackung.

2. Inhaltsstoffe: Pflegewirkung oder nur Farbe?

BB und CC Creams mit hochwertigen Wirkstoffen – Hyaluronsäure, Niacinamid, Panthenol, Aloe vera – liefern echten Mehrwert. Sie pflegen die Haut, während sie kaschieren.

Cover Creams hingegen sind auf maximale Abdeckung ausgelegt. Pflegewirkstoffe spielen hier eine Nebenrolle. Das ist kein Fehler, aber man sollte wissen, was man kauft.

3. LSF: praktischer Bonus, aber kein Sonnenschutz-Ersatz

Viele BB und CC Creams kommen mit integriertem Lichtschutzfaktor. Praktisch, aber kein vollwertiger Sonnenschutz. Warum? Weil man für echten UV-Schutz deutlich mehr Produkt auftragen müsste, als man von einer getönten Creme aufträgt.

Als tägliche Ergänzung gut. Als alleiniger Schutz nicht ausreichend, lies dazu auch meinen Artikel zu hohem Lichtschutzfaktor.

4. Mineralpigmente vs. synthetische/chemische Lichtschutzfilter

Naturkosmetische BB und CC Creams setzen fast ausschließlich auf Mineralpigmente – Zinkoxid, Titandioxid. Diese gelten als besonders hautverträglich und sind auch für reaktive Haut gut geeignet. Synthetische LIchtschutzfilter sind nicht grundsätzlich schlecht, aber wer auf Nummer sicher gehen möchte, greift zur Naturkosmetik.


Vier Produkte, die ich gerne empfehle

Alle drei sind naturkosmetisch zertifiziert, gut bewertet und in ihrer Kategorie eine verlässliche Wahl.

BB: Florame 5in1 BB Creme LSF 20, Medium*

Eine BB Creme für Pflege, Teintausgleich, Mattierung und UV-Schutz mit LSF 20 – in einem Schritt. Die Textur ist leicht, das Finish natürlich. Für alle, die morgens wenig Zeit haben.

CC: MÁDARA City CC Cream SPF 15*

Teintausgleich, Hyaluronsäure, LSF 15 und gleichzeitig Schutz vor Umweltschadstoffen. Die Textur ist leicht, das Finish nah an der eigenen Haut.

Tipp: Dr. Hauschka Tönungsfluid*

Kein klassisches BB-Produkt, aber ein Geheimtipp für alle, die eigentlich nur einen frischeren Teint wollen, ohne dass es nach Abdeckung aussieht. Ultra-leichte Textur, sanfte Pflege, kaum spürbar im Gesicht. Kann mit der Tagespflege gemischt und damit individualisiert werden.

Wenn´s richtig decken soll: provida organics Cover Make-up Cream*

Wenn leichte Abdeckung nicht reicht und für Tage, an denen man wirklich etwas kaschieren möchte. Cremige Textur, gleichmäßiges Ergebnis, handliches Format. Weniger ein Alltagsprodukt, mehr ein verlässliches Werkzeug für gezielte Anwendung.


Welches Produkt passt zu wem?

Eine kurze Orientierung:

  • Du willst Pflege mit einem Hauch Teintausgleich: BB Cream
  • Du hast Rötungen, Pigmentflecken oder ungleichmäßigen Teint: CC Cream
  • Du willst einzelne Stellen wirklich abdecken: Cover Cream
  • Du willst kaum etwas spüren, aber trotzdem frischer aussehen: Tönungsfluid
  • Du willst Pflege, Ton und UV-Schutz in einem: CC Cream mit LSF

Übrigens: Viele Frauen, die jahrelang mit Foundation gearbeitet haben, wechseln irgendwann zur CC Cream. Und stellen fest, dass sie ihre Haut kaum noch nachbearbeiten müssen.
ABER: Denk immer an ausreichenden Sonnenschutz!


Häufige Fragen zu BB, CC und Cover Cream

Kann BB Cream die Tagescreme ersetzen?

Grundsätzlich ja, wenn sie ausreichend Feuchtigkeit liefert und zur eigenen Hautstruktur passt. Viele Frauen nutzen BB Cream morgens als Pflegeschritt mit Teintausgleich. Bei sehr trockener Haut empfiehlt sich darunter noch eine leichte Feuchtigkeitspflege.

Was ist der Unterschied zwischen BB Cream und Foundation?

Foundation ist auf Abdeckung optimiert – mit höherer Pigmentdichte und weniger Pflegewirkstoffen (s. auch Cover Cream). BB Cream ist auf Pflege plus leichte Abdeckung ausgelegt. Wer einen natürlichen Look will, ist mit BB oder CC Cream oft besser bedient.

BB oder CC Cream: Was ist besser bei Rötungen?

CC Cream. Sie ist speziell auf Farbkorrektur ausgelegt und egalisiert Rötungen gezielter als eine BB Cream. Bei einem unruhigen, ungleichmäßigen Teint ist CC Cream die bessere Wahl.

Muss man BB oder CC Cream abschminken?

Ja. Auch leichte getönte Cremes enthalten Pigmente und sollten abends gründlich entfernt werden. Eine sanfte Reinigung genügt, keine aggressiven Abschminkpads mit Alkohol.

Ist Naturkosmetik bei BB und CC Cream sinnvoll?

Naturkosmetische Produkte verzichten auf Silikone, synthetische Duftstoffe und Mikroplastik. Stattdessen setzen sie auf Mineralpigmente und pflanzliche Wirkstoffe. Für alle, die wissen wollen, WAS sie auftragen, eine klare Empfehlung.


Das nimmst du mit: BB ist nicht immer Pampe, CC nicht immer Glow – und Cover Cream braucht man seltener als gedacht

Die drei Produkte haben sehr unterschiedliche Stärken. BB Cream pflegt und deckt leicht. CC Cream korrigiert und gibt Ebenmäßigkeit. Cover Cream kaschiert effektiv, ist aber kein Alltagsprodukt.

Wer das einmal verstanden hat, kauft gezielter, spart sich das Ausprobieren (und Geld) – und hat am Ende ein Produkt im Bad, das wirklich passt.

Ein kleiner Trost: Die Beautyindustrie macht es einem absichtlich nicht leicht. Aber jetzt weißt du, was hier Sache ist.


Du möchtest tiefer ins Thema Hautpflege einsteigen? Dann schau dir an, welche Pflegefehler viele Frauen unbewusst machen und warum die Haut trotz guter Produkte öfter mal aus dem Gleichgewicht gerät.

P.S. Wenn du direkt starten willst: Die MÁDARA City CC Cream ist ein sehr guter erster Schritt. Leicht, pflegend, mit LSF und das Finish spricht für sich.

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