Warum ich über Hautpflege schreibe
Ich bin Ulrike und wahrscheinlich die einzige Hautpflege-Bloggerin, die schon in der Apotheke stand, bevor sie überhaupt wusste, was ein Serum ist.
Pharmazeutische Ausbildung, acht Jahre in der Apotheke, BWL-Studium und dann 25 Jahre in einem großen Kosmetikkonzern – klingt nach einem langen Umweg. War es auch. Aber genau dieser Weg hat mir etwas gegeben, das ich heute nicht mehr missen mag: Ich verstehe Haut nicht nur aus der Pflege-Perspektive, sondern auch aus der wissenschaftlichen und der wirtschaftlichen. Ich weiß genau, wo Marketing aufhört und Wirkung anfängt.

Und ich habe erkannt, dass viele Hautprobleme nicht unbedingt durch „zu wenig Pflege“, sondern oft durch zu viel, zu schnell und zu durcheinander entstehen.

Meine eigene Erfahrung mit empfindlicher Haut
Früh in meiner Jugend habe ich angefangen, mich intensiv für Hautpflege zu interessieren. Ich kaufte mir verschiedene Bücher von Stephanie Faber und begann, meine eigenen Cremes, Lotionen und Wässerchen herzustellen. Die Motivation dahinter war ganz einfach: Ich wollte verstehen, was in Produkten steckt und mehr Einfluss darauf haben, was ich meiner Haut Gutes tue. Es kamen viele Rezepturen für Familie und Freunde hinzu und ich versorgte reihum die Menschen mit Avocado- und Melissencreme, Hamamelis-Gesichtswasser und meinen Vater sogar mit Aftershave.
Irgendwann war diese Phase vorbei und es begann das, was viele andere in meinem Alter damals auch taten: sehr viel ausprobieren. Neue Produkte, neue Versprechen, neue Routinen.
Dann ging es los: Meine Haut hat zunehmend deutlich reagiert. Mal Unreinheiten, dann wieder Trockenheit, Spannungsgefühl und Rötungen wurden zu täglichen Begleitern.
Damals war mir noch nicht so klar, dass Haut manchmal vor allem eines braucht: Ruhe statt ständigem Wechsel und Ausprobieren.
Rückblickend war das für mich eine wichtige Lernphase, denn dadurch habe ich begonnen, nicht nur die Inhaltsstoffe, sondern auch die Routinen zu hinterfragen.
Was ich heute anders sehe
Heute betrachte ich Hautpflege insgesamt deutlich ruhiger und systematischer als früher.
Meine wichtigsten Erkenntnisse über die Jahre waren:
- Haut muss man verstehen, nicht überpflegen.
- Weniger Produkte sind oft hilfreicher als immer neue Wirkstoffe.
- Inhaltsstoffe lassen sich einordnen, wenn man ihre Funktion kennt.
- Marketing und Realität liegen in der Kosmetikbranche manchmal weit auseinander.
- Und eine stabile Hautbarriere ist oft der wichtigste Schlüssel für ruhige Haut.
Deshalb schreibe ich heute über Hautpflege so, wie ich es mir früher selbst gewünscht hätte: verständlich, ehrlich und ohne unnötige Versprechen.
Mir geht es nicht darum, die perfekte Haut zu versprechen. Sondern darum zu zeigen, wie Hautpflege wieder einfacher, ruhiger und nachvollziehbarer werden kann.
Denn am Ende wünschen sich die meisten Frauen gar nicht zehn neue Produkte – sondern etwas viel Wertvolleres: sich in ihrer Haut wohlzufühlen.
Meine Überzeugung:
Empfindliche Haut benötigt keine 15 Reinigungs- und Pflegeschritte.
Sie benötigt Wissen, Ruhe und eine starke Hautbarriere.
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